Politische Eckdaten

Die Geschichte der Essener FDP beginnt in den Jahren unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde mutmaßlich 1945/46 gegründet. Das genaue Datum ist jedoch nicht bekannt, da der sog. Genehmigungs­bescheid der britischen Besatzung nicht mehr vorhanden ist. Eine öffentliche Gründungsfeier fand am 7. April 1946 im Atrium statt. Ihr ging ein Kreisparteitag am 30. März voraus. Erster Essener Fraktionsvorsitzender war Dr. Victor Niemeyer, der zu den prägenden liberalen Persönlichkeiten der Anfangszeit gehörte.

Ende April 1963 wurde ein Architekturwettbewerb zum Bau des heutigen Essener Rathauses ausgeschrieben. Aus 79 Entwürfen wurde im Juni des gleichen Jahres der Entwurf des Darmstädter Architekten Theodor Seifert (gebürtig aus Bochum) von einer Jury auf den ersten Platz gewählt. Für die weiteren Planungen und Entscheidungen wurde im Oktober 1970 der städtische „Sonderausschuss Rathausneubau“ konstituiert. Der erste Spatenstich fand am 1. Juli 1975 statt, die offizielle Grundsteinlegung genau ein Jahr später. 

Die Eingemeindung von Kettwig im Jahr 1975 markierte im Zuge der nordrhein-westfälischen Gebietsreform das Ende der Eingemeindungen und die endgültige Gliederung in die heutigen neun Essener Stadtbezirke. Für diese werden bei den Kommunalwahlen seitdem Bezirksvertretungen gewählt.

Nach gut vierjähriger Bauzeit (inklusive Gießung des bis dahin größten Betonfundaments der BRD) wurde das neue Essener Rathaus am 7. November 1979 mit der ersten Ratssitzung feierlich eingeweiht. Die Baukosten des 23 Etagen umfassenden und 106 Meter hohen Bauwerks lagen bei 189 Millionen DM. Inflationsbereinigt würde das heute etwa dem gleichen Wert in Euro oder, besonders bedingt durch die hohe Inflation in den 1980er Jahren, sogar mehr als 200 Millionen Euro entsprechen.

Seit Juli 1994 arbeitet die Kommunalpolitik mit einer neuen Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (kurz: GO NRW). Seitdem unterstützen Sachkundige Bürger ihre Fraktionen und Gruppen in den Fachausschüssen des Essener Rates und entlasten die gewählten Mandatsträger somit in ihrer Ratsarbeit.

Am 3. März 2004 wurde das Essener Bürger Bündnis – Freie Wähler (EBB-FW) von Udo Beyer gegründet. Ziel war und ist es, eine unabhängige kommunale Wählervereinigung zu etablieren, die ihre politische Arbeit konsequent an den Interessen der Essener Bürgerinnen und Bürger ausrichtet – frei von parteipolitischen Vorgaben und äußeren Bindungen. Als inhaltliche Grundlage fungieren dafür zwei zentrale Dokumente: das von Beyer verfasste „Essener Bürger Manifest“ und die „Essener Erklärung“, die die Grundsätze des Gründungsmanifests konkretisiert. Gemeinsam bilden sie einen Orientierungsrahmen für die Überzeugung, dass kommunalpolitische Entscheidungen näher an den konkreten Lebensrealitäten der Menschen vor Ort getroffen werden müssen. Bereits bei der im Gründungsjahr stattfindenden Kommunalwahl zog das EBB-FW erstmals in den Rat der Stadt Essen ein und ist dort seitdem ununterbrochen vertreten. Von 2004 bis 2017 führte Udo Beyer die Ratsfraktion als Vorsitzender, aktuell bekleidet Kai Hemsteeg den Fraktionsvorsitz.

Auch für die Essener FDP war das Jahr 2004 ein wichtiger Meilenstein. Denn bei der Kommunalwahl kehrten die Freien Demokraten um Spitzenkandidat Hans-Peter Schöneweiß mit drei Mandaten in den Rat der Stadt Essen zurück. Getragen vom Leitgedanken aus den Gründungsjahren, auch auf kommunaler Ebene Freiheit, Verantwortung und Bürgernähe miteinander zu verbinden, setzt sich die FDP seit der Wahl 2004 durchgehend als Ratsfraktion für Essen ein. Dabei machten die Liberalen ab 2006 bereits erste Erfahrungen als Teil einer Fraktionsgemeinschaft und zogen in den drei Wahlperioden ab 2009 schließlich wieder als eigenständige FDP-Fraktion in den Essener Rat ein. Fraktionsvorsitzender ist seit mehr als 20 Jahren Hans-Peter Schöneweiß.

Mit Änderung der Gemeindeordnung NRW im Dezember 2013 wurden die Rechte und Pflichten von Sachkundigen Bürgern in den Ratsausschüssen präziser ausformuliert. So wurde etwa klargestellt, dass sie Sitzungsgelder erhalten und ihre Anzahl pro Ausschuss die der Ratsmitglieder nicht übersteigen darf. Für Bezirksvertretungen wurden mit der Änderung u.a. Verfahren zur Beschlussfassung detaillierter geregelt.

Im November 2019 feierte das Rathaus der Stadt Essen sein 40-jähriges Jubiläum und war am Eröffnungsdatum (09.11.)  für Besucher den gesamten Samstag über geöffnet. Den interessierten Bürgerinnen und Bürgern wurde ein vielfältiges Programm mit Ausstellungen, historischen Fotos, Infoständen, Filmvorführungen, Bühnenprogrammen u.v.m. geboten. Darüber hinaus war am Jubiläumstag auch die 22. Etage, die sonst nur zu internen, repräsentativen oder anderen besonderen Anlässen zugänglich ist, als Café für das Publikum geöffnet. Das Stockwerk, das einen fantastischen Panoramablick über die Stadt bietet, wurde auch bereits einige Male als Veranstaltungsort für die Verleihung des Essener Bürgertalers genutzt.

Aus der Kommunalwahl im September 2025 gingen sowohl das EBB-FW als auch die FDP mit jeweils zwei Mandaten hervor. Um ihre kommunalpolitische Arbeit zu bündeln und gemeinsame Ziele wirkungsvoll umzusetzen, schlossen sich die vier Ratsmitglieder Kai Hemsteeg, Hans-Peter Schöneweiß, Wilfried Adamy und Heiko Müller in der konstituierenden Ratssitzung am 4. November zur EBB/FDP-Fraktion zusammen. Die Ratsfraktion wird mit Hemsteeg und Schöneweiß von einer gleichberechtigten Doppelspitze geführt.

In der „erweiterten Ratsfraktion“ wirken in der laufenden Wahlperiode bis 2030 zwölf Sachkundige Bürger in den verschiedenen Fachausschüssen mit. Zwei Sachkundige Einwohner vertreten die Fraktion im Seniorenrat. Drei weitere Mitglieder unterstützen die EBB/FDP-Fraktion in beratender Funktion. Und auch in den Bezirksvertretungen ist die Fraktions­gemeinschaft breit aufgestellt: Das EBB-FW verfügt in sieben Bezirksvertretungen über jeweils ein Mandat. Gemeinsam mit den gewählten FDP-Vertretern konnten in den Bezirken II und IX Fraktionen gebildet werden. So ist die EBB/FDP-Fraktion sowohl im Rat als auch in den Stadtteilen präsent und ansprechbar.

Externe Quellen: Stadt Essen, RIS Essen, Historisches Portal Essen, Wikipedia, Le Chat Mistral

Essener Bürgertaler

Mit der Verleihung des Essener Bürgertalers würdigt die FDP im Rat der Stadt seit 1979 Bürgerinnen und Bürger, die sich durch besonderen Einsatz im sozialen, kulturellen oder sportlichen Bereich für die Stadt Essen und deren Einwohner ausgezeichnet haben.

Die Anerkennung soll Bürgerinnen und Bürgern zuteil werden, die sich über Jahre hinweg ehrenamtlich und dabei häufig ohne öffentliche Aufmerksamkeit um das städtische Gemeinwesen verdient gemacht haben. Der Essener Bürgertaler ist nicht vorgesehen für Personen, die sich von Amts wegen um die Belange in der Stadt kümmern. Er steht hingegen stellvertretend für die unzähligen Ehrenamtlichen, die sich mit Herzblut und Verantwortung in vielfältigen Bereichen einsetzen und zum Zusammenhalt in Essen beitragen. 

Einmal jährlich wird die Bevölkerung in der örtlichen Presse dazu aufgerufen, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für die Verleihung des Bürgertalers vorzuschlagen. Die Wahl der auszuzeichnenden Personen oder Gruppen trifft anschließend ein Kuratorium, dem aktuell angehören:

Zuletzt wurde der Essener Bürgertaler 2024 verliehen. Bei einer Feierstunde in der 22. Etage des Rathauses erhielt der Schieds­richter­kreis Essen die Ehrung. Ausgezeichnet wurde die Vereinigung für ihr heraus­ragendes Engagement zur Ausbildung, Koordination und Förderung aller Essener Fußball­schieds­richter, das nicht nur einen unverzicht­baren Beitrag für den Sport, sondern auch zur Integration in der Stadt leistet.

Weitere Bilder der Ehrungen 2020-2024
Bürgertaler-Preisträger seit 1979 (PDF)

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