
▌Meldung 2026
Die EBB/FDP-Fraktion kann den überraschenden Vorschlag der schwarz-roten Ratskoalition, in Kupferdreh ein neues Berufskolleg zu errichten, nicht nachvollziehen. Aus Sicht der Fraktion geht die geplante Entscheidung vollständig an den tatsächlichen Bedarfen der Essener Schullandschaft vorbei, standen doch zunächst andere Schulformen im Raum.
„Die Schulentwicklungsplanung zeigt eindeutig, dass Essen zusätzliche Plätze an Gymnasien und vor allem an Gesamtschulen benötigt. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, warum CDU und SPD in Kupferdreh nun ein Berufskolleg bauen wollen. Das geht an den realen Bedarfen der Familien in unserer Stadt vorbei“, erklärt Heiko Müller, schulpolitischer Sprecher der EBB/FDP-Fraktion im Rat der Stadt Essen.
Die Fraktion unterstützt deshalb ausdrücklich den Vorstoß der Elterninitiative „Weiterführende Schule Kupferdreh“, die eine Petition gestartet hat. Darin wird gefordert, den Schulstandort Kupferdreh nicht vorschnell auf ein Berufskolleg festzulegen, sondern den Standort erneut ergebnisoffen für ein Gymnasium oder eine Gesamtschule zu prüfen. Zudem fordert die Initiative eine transparente Offenlegung der Entscheidungsgrundlagen sowie eine frühzeitige Beteiligung von Eltern, Familien und Einrichtungen im Stadtteil.
„Viele Familien im Essener Süden haben über Jahre hinweg darauf vertraut, dass in Kupferdreh eine weiterführende Schule entsteht – also ein Gymnasium oder eine Gesamtschule für Kinder ab der fünften Klasse. Wenn nun plötzlich ein Berufskolleg geplant wird, fühlen sich viele Eltern zu Recht übergangen“, so Müller weiter.
Die EBB/FDP-Fraktion betont ausdrücklich, dass Berufskollegs ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems sind. Allerdings dürften sie nicht als Ersatz für dringend benötigte Plätze in den weiterführenden Schulen dienen. „Berufskollegs sind wichtig für die berufliche Bildung. Aber sie lösen nicht das akute Problem fehlender Schulplätze. Genau dieses Problem haben wir in Essen“, stellt Müller klar.
Die EBB/FDP-Fraktion fordert daher, die Entscheidung für den Standort Kupferdreh noch einmal grundlegend zu überprüfen und die Bedürfnisse der Familien im Essener Süden stärker in den Mittelpunkt der Schulplanung zu stellen. „Eine so weitreichende Entscheidung darf nicht ohne transparente Begründung und ohne Beteiligung der betroffenen Eltern getroffen werden“, macht Müller abschließend deutlich.